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Partnerschaft im Fokus: Vakuumlöten trifft Hochleistungskeramik

Aus einer Empfehlung wurde in nur zwei Wochen eine verlässliche Zusammenarbeit: Seit März 2021 arbeiten wir mit der Rauschert Heinersdorf‑Pressig GmbH zusammen – und haben aus ersten Pilotaufgaben eine stabile Serienpartnerschaft entwickelt.

Worum es geht:

Rauschert ist ein innovativer Anbieter technischer Hochleistungs‑Keramiken aus Deutschland. Das international tätige Unternehmen fertigt hochwertige technische High-Tech-Keramiken für Maschinenbau, Textil‑ und Medizintechnik, Elektrotechnik, Lebensmittelproduktion sowie Hochtemperaturanwendungen.

Ziel der Zusammenarbeit: ein verlässliches, flexibles Vakuumlöt‑Setup für anspruchsvolle Keramik‑Metall‑Verbindungen – inklusive Metallisierung und Aktivlot‑Prozessen.

Technologische Zusammenarbeit mit beidseitigem Nutzen

Spezialisierte Löttechnologien erfordern oft das Know-how mehrerer Experten. Im Interview zeigt die Partnerschaft zwischen Rauschert Heinersdorf-Pressig und Listemann exemplarisch, wie durch technologische Kooperation eine für beide Seiten vorteilhafte Geschäftsbeziehung entstehen kann.

Im Gespräch: Dipl.-Ing. Stephan Scherge, Entwicklungsingenieur Division Engineering Ceramics joint assemblies, und Dipl.-Kfm. Stefan Pfadenhauer, Divisionsleiter Engineering Ceramics der Rauschert Heinersdorf-Pressig GmbH.

Wie ist die Firma Rauschert auf Listemann gestossen?

SSch: Die Verbindung entstand im März 2021 zwischen Dr. Manfred Boretius (Listemann) und unserem Unternehmen. Dr. Ino Rass von der Firma Euromat empfahl uns Listemann, als wir nach Erfahrungen mit einem speziellen Gold-Aktivlot suchten. Die Empfehlung erfolgte aufgrund der ausgezeichneten Reputation von Listemann im Bereich Vakuumlöten und der langjährigen Expertise in komplexen Löttechnologien.

Was war Ihr Bedarf und wie konnte Listemann unterstützen bzw. zur Problemlösung beitragen?

SSch: Unser Ziel war es, das Netzwerk zuverlässiger Partner für das Vakuumlöten von Keramik-Metall-Verbindungen zu erweitern. Dadurch wollten wir mehr Flexibilität und bessere Handlungsmöglichkeiten für unsere Kunden schaffen.

Wie verlief die Zeit von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zur ersten Bestellung?

SSch: Der Prozess verlief sehr reibungslos: Bereits zwei Wochen nach der Kontaktaufnahme unterzeichneten wir den Geschäftsrahmenvertrag. Ab diesem Zeitpunkt war Listemann offiziell unser Partner für Aktivlötarbeiten. Im Februar 2022 erfuhren wir, dass Listemann einen neuen Vakuumofen mit Wasserstoff-Prozessgas anschaffen würde. Mit einem Investment für eine gesteuerte Prozessgasbefeuchtung hat sich Rauschert 2023 beteiligt und hat somit eine Vorzugsnutzung für die Kapazitäten der Ofenanlage erhalten. Gemeinsam entwickelten wir den MoMn-Metallisierungsprozess für Al₂O₃-Keramiken und begannen Mitte 2023 mit der Umsetzung des ersten Serienprodukts.

Wie erleben Sie heute die Zusammenarbeit mit Listemann?

SSch: Die Zusammenarbeit ist von Anfang an partnerschaftlich, flexibel und professionell geprägt. Diese Arbeitsbeziehung bringt allen Beteiligten Vorteile.

Wo sehen Sie unseren Marktvorteil durch unsere Dienstleistung?

SSch: Mit Listemann als zuverlässigem Partner und Fertigungsbackup ist es uns möglich, Kundenanfragen, bei denen reine Keramiken nach MoMn-Verfahren metallisiert und mit metallischen Komponenten verlötet werden müssen, gesicherter zu bedienen. Besonders die technische Kompetenz und die innovative Herangehensweise bei anspruchsvollen Projekten machten Listemann zu einem idealen Partner für unsere Anforderungen.

Wie möchte sich Rauschert langfristig in puncto Produktportfolio, Standort oder allenfalls neuen Geschäftsfeldern aufstellen?

SP: Rauschert verfügt über sieben stabil funktionierende Geschäftsbereiche, wobei Engineering Ceramics eine besondere strategische Rolle einnimmt. In dieser Division führen wir nicht nur Serienproduktionen durch, sondern decken das gesamte Spektrum von der Grundlagenforschung bis hin zu kleineren Testprojekten ab. Diese Flexibilität ist ein wesentlicher Baustein unserer langfristigen Strategie. Unser Ansatz ermöglicht es uns, sowohl als Entwicklungspartner für innovative Lösungen zu agieren als auch kundenspezifische Prototypen und Kleinserien zu realisieren. Diese Vielseitigkeit wollen wir auch zukünftig beibehalten und weiter ausbauen, da sie uns einen wichtigen Wettbewerbsvorteil im Markt für technische Keramik verschafft.

Gibt es neue Trends oder Verfahren in der Keramikherstellung?

SP: Die Keramikindustrie befindet sich in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Keramik erweist sich als außergewöhnlich anpassungsfähiger Werkstoff, der sich für unzählige Anwendungsbereiche modifizieren und optimieren lässt. Diese Vielseitigkeit macht technische Keramik zu einem der innovativsten Materialien unserer Zeit. Besonders bemerkenswert ist die Integration aktueller Forschungsergebnisse bereits auf der Rohstoffebene. Ein Beispiel hierfür sind faserverstärkte Keramiken, die völlig neue Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten eröffnen. Darüber hinaus entwickeln wir verstärkt kundenspezifische Lösungen, bei denen Materialzusammensetzung und Verarbeitungsverfahren exakt auf die individuellen Anforderungen abgestimmt werden. Ein entscheidender Zukunftstrend liegt in der Kombination von Keramik mit anderen Materialien - genau hier kommt die Expertise von Partnern wie Listemann ins Spiel. Die Verbindung von Keramik mit Metallen oder anderen Werkstoffen eröffnet völlig neue Anwendungsfelder und bringt innovative Lösungsansätze hervor. Diese Hybridtechnologien prägen maßgeblich die Zukunft der Keramikindustrie. Durch solche Kooperationen können wir kontinuierlich am Puls der Zeit bleiben und unseren Kunden zukunftsweisende Keramiklösungen anbieten.