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Vakuumlöten

Das Löten, vor allem das Vakuumlöten, ist ein Kombinations-Weltmeister. Es können unterschiedlichste Materialien und Halbzeuge miteinander verlötet werden. Dies ermöglicht eine anwendungsoptimierte Werkstoffauswahl und/oder eine kostengünstige Herstellung komplexer Bauteile.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Vakuumlöten?

Löten fügt stoffschlüssig, die Fügepartner bleiben fest, nur das Lot wird schmelzflüssig. Es benetzt die Oberflächen und erstarrt beim Abkühlen zu einer hochfesten, dauerhaften Verbindung. Beim Vakuumlöten läuft das flussmittelfrei ab, im Vakuumofen, in einer Vakuumatmosphäre von 10⁻² bis 10⁻⁶ mbar und bei Prozesstemperaturen zwischen 700 und 1.200 °C.

Die Schmelztemperatur des Lotes entscheidet über die Verfahrensklasse: Weichlöten arbeitet unterhalb von 450 °C, Hartlöten zwischen 450 und 900 °C, Hochtemperaturlöten darüber. Mit 700 bis 1.200 °C bewegt sich Vakuumlöten bei Listemann klar im Hartlöt- und Hochtemperaturlötbereich.

Weshalb Listemann für Vakuumlöten?

Mit unserer Vakuumlöttechnik verarbeiten wir unter anderem Baustähle, Titan, Kupfer, Hartmetalle, Keramik und Diamant, die Bauteile kommen blank aus dem Ofen. Listemann ist EN9100-zertifiziert und verfügt über NADCAP-Zulassungen für Wärmebehandlung, Löten und Elektronenstrahlschweissen sowie ISO9001 an den Standorten Liechtenstein, Schweiz und Polen. Unsere Prozesse sind lückenlos dokumentiert und ermöglichen eine durchgängige Rückverfolgbarkeit.

Wie profitieren Ihre Anwendungen und Bauteile vom Vakuumlöten oder dem Löten im Schutzgas?

Gestaltungsfreiheiten und modularer Aufbau...

Das Löten bietet dem Konstrukteur ganz neue Gestaltungsfreiheiten. Diese ermöglichen neue oder verbesserte Funktionen mit hohem Innovationsgehalt. Der modulare Aufbau von Bauteilen führt zu vereinfachten Fertigungsprozessen und Kosteneinsparungen. 

Löten, ein Verfahren, das hält, was es verspricht…

Der Lötprozess wird oft mit niedrigschmelzenden Loten von geringer Festigkeit in Verbindung gebracht und deshalb immer wieder schnell vom Konstruktionstisch verbannt. Fakt ist aber: Beim Vakuumlöten handelt es sich um ein hochpräzises Hartlöten. Diese Hochtemperatur-Lötverbindungen gehen oftmals weit über die Festigkeit des Grundwerkstoffs hinaus und werden genau deshalb in hochbeanspruchten Baugruppen eingesetzt – nicht selten in Kombination mit hohen Betriebstemperaturen.

Das Vakuumlöten, eine saubere Sache…

Im Gegensatz zu anderen Lötverfahren wird beim Vakuumlöten kein Flussmittel benötigt. Dadurch werden Fehlstellen in der Verbindungszone vermieden, sodass die erzielbaren Festigkeiten im Bereich der Grundwerkstofffestigkeit liegen können und Bauteile auch bei hohen Löttemperaturen nicht oxidieren. Ein Entfernen der oft korrosiven Flussmittelreste nach dem Löten ist somit nicht erforderlich.

Das Löten auch als Beschichtungsverfahren…

Neben dem Verbinden von zwei oder mehr Bauteilen eignet sich ein Lötprozess auch dazu, Oberflächen zu beschichten, um beispielsweise die Verschleissbeständigkeit zu verbessern. Hierzu kommen spezielle Suspensionen oder Lotmatten zur Anwendung, um Schichten mit hohem Karbid-Anteil zu erzeugen. Ein Beispiel dafür ist das Verfahren BrazeCoat®, welches wir in Lizenz durchführen.

Technische Eigenschaften des Vakuumlötens

Vakuumlöten verbindet Bauteile flussmittelfrei und ohne Oxidation, die folgenden Eigenschaften bestimmen, wo das Verfahren seine Stärken hat und wo seine Grenzen liegen.

Flussmittelfrei

Keine Einschlüsse oder Poren in der Verbindungszone, Bauteile bleiben blank.

Hohe Festigkeit

Verbindung erreicht oder übertrifft die Grundwerkstofffestigkeit, auch bei hohen Betriebstemperaturen.

 

Dichtheit

Bei Kupfer über duktile Lote und validierte Abkühlrampen, bei Nickelbasislegierungen auch nach Thermozyklen erhalten.

Grenzen

Batchprozess, hoher Fixierungsaufwand bei komplexer Geometrie, möglicher Härteverlust bei vergüteten Werkstoffen.

Prüfverfahren zur Qualifizierung der Lötverbindung

Zur Qualifizierung unserer Lötverbindungen setzen wir unter anderem folgende Verfahren ein:

Prüfverfahren Was damit geprüft wird
Helium-Lecktest Deckt Undichtigkeiten und Poren auf, die die Verbindung durchgehend durchdringen.
Computertomografie (CT) Macht innere Poren, Einschlüsse und Lunker im Bauteil sichtbar, ohne es zu zerstören.
Zug-/Scherversuch Prüft die mechanische Festigkeit der Verbindung unter Belastung.
Metallografie Untersucht das Gefüge der Lötnaht, deckt Sprödphasen auf und zeigt, wie gut die Anbindung zwischen Lot und Grundwerkstoff gelungen ist.
Einsatzkriterien für Vakuumlöten im Vergleich zu alternativen Verfahren

Wann ist Vakuumlöten sinnvoll?

Bei komplexer oder enger Kanalgeometrie statt integraler Zerspanung

Bei Materialkombinationen wie Kupfer-Stahl-Titan oder Keramik-Metall

Für flussmittelfreie, hochreine Verbindungen ohne Nachreinigung

Bei reaktionsfreudigen Werkstoffen wie Titan

Bei hochbeanspruchten Baugruppen mit hohen Betriebstemperaturen

Als Beschichtungsverfahren zur Verbesserung der Verschleissbeständigkeit, z. B. mit BrazeCoat®*

* BrazeCoat® ist ein lizenziertes Beschichtungsverfahren, bei dem über Suspensionen oder Lotmatten verschleissfeste Schichten mit hohem Karbid-Anteil auf Bauteiloberflächen erzeugt werden.

Vakuumlöten im Vergleich zu anderen Verfahren

Kriterium Vakuumlöten Schutzgaslöten Aktivlöten
Einsatz ✓ Standard bei vakuumtauglichen Werkstoffen – Bei hohem Dampfdruck von Bauteil/Lot – Werkstoffe ohne Reaktion mit Standardloten, z. B. Keramik
Schutzgas ✓ Nicht nötig – Meist Stickstoff, Wasserstoff für höchste Qualität – Nicht zutreffend
Besonderheit ✓ Keine Einschlüsse oder Poren – Reaktionsträges Gas minimiert Oxidation – Verbindung ohne vorherige Metallisierung
Technische Ansprechpartner

Ansprechpartner zum Thema

Unser Team steht Ihnen für alle Fragen zu Vakuumlöten zur Verfügung.

person

Astrid Lecouturier

Telefon: +423 375 90 14

Thomas Bitschnau

Thomas Bitschnau

Telefon: +423 375 90 12

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Piotr Krzyszkowski

Mobil: +48 575 787 717

p.krzyszkowski@listemann.com

Einsatzgebiete

Antworten zu Verfahren und Anwendung

HÄUFIGE FRAGEN

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Vakuumlöten, Verfahrensarten und die Zusammenarbeit mit Listemann.

Die Schmelztemperatur des Lotes entscheidet über die Verfahrensklasse. Weichlöten arbeitet unterhalb von 450 °C, Hartlöten zwischen 450 und 900 °C, Hochtemperaturlöten darüber. Vakuumlöten bei Listemann läuft bei 700 bis 1.200 °C.

Baustähle, hochlegierte Kalt- und Warmarbeitsstähle, Edelstähle, Nickel- und Kobaltbasislegierungen, Titan, Kupfer, Aluminium, Hartmetalle, Keramik sowie cBN und Diamant.

Das Schutzgaslöten ist eine Alternative, wenn Vakuum für den Fügeprozess nicht geeignet ist. Dies ist der Fall, wenn Bauteile oder Lote aus Materialien mit hohem Dampfdruck bestehen. Als Schutzgas wird meist Stickstoff verwendet, welcher sehr reaktionsträge ist und schädliche Oxidationen minimiert. Bei der Verwendung von Wasserstoff werden dank der reduzierenden Wirkung Lötverbindungen mit sehr hoher Qualität erzeugt.

Ja, über Suspensionen oder Lotmatten lassen sich Schichten mit hohem Karbid-Anteil erzeugen, etwa mit dem in Lizenz durchgeführten Verfahren BrazeCoat®.

Ja. EN9100-zertifiziert, NADCAP-Zulassungen für Wärmebehandlung, Löten und Elektronenstrahlschweissen, Anlagen nach AMS2750 kalibriert.

Stand: zuletzt aktualisiert 15.09.2026