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Die Wärmebehandlung als Werkzeug zur Herstellung von Eigenschaften

Durch thermische oder thermochemische Verfahren werden die Eigenschaften von Werkstoffen gezielt verändert und auf die spezielle Anwendung hin optimiert. So werden zum Beispiel Verschleissbeständigkeit, Zerspanbarkeit, Korrosionswiderstand, Verformbarkeit, Härte, magnetische und elektrische Eigenschaften durch eine entsprechende Wärmebehandlung verbessert. Je nach Anforderung wird nur die Oberfläche oder das gesamte Bauteilvolumen bearbeitet.

Was ist Wärmebehandlung?

Wärmebehandlung bezeichnet kontrollierte thermische Prozesse, bei denen metallische Werkstoffe gezielt erwärmt, gehalten und abgekühlt werden, um ihre Mikrostruktur und damit ihre mechanischen Eigenschaften – wie Härte, Festigkeit, Zähigkeit oder Korrosionsbeständigkeit – zu verändern.

Listemann beherrscht diese Disziplin seit über 30 Jahren auf höchstem Niveau: Unsere vakuumbasierten Anlagen ermöglichen oxidationsfreie, massgenaue Wärmebehandlungsprozesse für anspruchsvollste Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und den Werkzeug- und Formenbau.

Dabei deckt Listemann das vollständige Spektrum der Wärmebehandlungsarten ab – von der klassischen Wärmebehandlung von Stahl über Aluminium und Titan bis hin zu Nickelbasierlegierungen.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Was ist Wärmebehandlung?

Kontrollierte thermische Prozesse zur Gefügeumwandlung und Eigenschaftsoptimierung von Metallen.

Warum ist sie wichtig?

Sie steigert Produktqualität, verbessert Funktionseigenschaften, optimiert Masshaltigkeit und minimiert Versagensrisiken.

Welche Prozesse deckt Listemann ab?

Vakuumhärten, Anlassen, Lösungsglühen, Aushärten, Diffusionsglühen, Magnetschlussglühen, Wasserstoffarmglühen u.v.m.

Was macht Listemann anders?

Hochvakuumtechnologie, NADCAP-Zulassung, Erfahrung in der Luft-/Raumfahrt und Medizintechnik, grosse Werkstoffvielfalt.

IHRE VORTEILE

Wie profitieren Ihre Anwendungen und Bauteile von der Wärmebehandlung?

Listemann kombiniert jahrzehntelange metallurgische Kompetenz mit modernster Hochvakuumtechnologie und zertifizierten Qualitätsprozessen – für Ergebnisse, auf die Sie sich verlassen können.

Eine über 30-jährige Erfahrung…

Bei Listemann steht Ihnen eine langjährige Erfahrung in der Werkstofftechnik und der Wärmebehandlungstechnologie zur Verfügung. Unzählige Anwendungen in den unterschiedlichsten Bereichen konnten im Laufe der Jahre erfolgreich erprobt und umgesetzt werden.

Die Werkstoffvielfalt als Kompetenz…

Wir konzentrieren uns nicht nur auf den Werkstoff Stahl, sondern sind auch auf viele andere Materialien spezialisiert, zum Beispiel Nickel-Basis-Werkstoffe, Titan, Aluminium und Kupfer. Dies umfasst auch alle Legierungen dieser Werkstoffe bis hin zu Sondermetallen wie Molybdän, Tantal, Magnesium und viele weitere.

Dimensional (fast) keine Grenzen...

Dank der Vielfalt unserer Wärmebehandlungsöfen sind wir in der Lage sowohl Mikroteile für Hörgeräte oder Uhren sowie Kraftstofftanks für Satelliten oder Grossgetriebe für Schiffsantriebe thermisch zu bearbeiten.

Eine hochwertige und zertifizierte Anlagentechnik…

Unsere Anlagen sind nicht nur nach AMS2750 (Luftfahrtnorm) kalibriert, sondern profitieren auch von regelmässigen Reinigungsprozeduren, die dazu führen, dass wir metallisch blanke Teile aus dem Vakuumofen entnehmen. Ihnen erspart dies langwierige und kostenintensive Nachbearbeitungsprozesse wie etwa Elektropolieren oder Beizen. Dies ist insbesondere bei medizinischen Instrumenten von hoher Bedeutung.

Die NADCAP-Zulassung und unsere Erfahrung in der Luftfahrt…

Seit 2004 verfügen wir über eine NADCAP-Zulassung für diverse Wärmebehandlungsverfahren und erweitern seitdem kontinuierlich unsere Erfahrung im zertifizierten Geschäftsfeld der Luft- und Raumfahrt. Diese Erfahrung übertragen und nutzen wir unter anderem bei hochwertigen Anwendungen in der Medizintechnik.

ÜBERBLICK

Wärmebehandlung von Listemann

Thermische Wärmebehandlungsverfahren verändern die Mikrostruktur des Werkstoffs ausschliesslich durch Heiz- und Kühlzyklen. Thermochemische Verfahren modifizieren zusätzlich die chemische Zusammensetzung der Randschicht. Listemann beherrscht beide Kategorien auf höchstem technischen Niveau.

Alle Verfahren werden in modernen Vakuumanlagen durchgeführt, die oxidationsfreie Prozesse und reproduzierbare Ergebnisse garantieren.

Vakuumhärten

Listemann härtet Ihre Bauteile im Vakuum mit Hochdruck-Gasabschreckung – ideal für Präzisionsteile, Werkzeuge und martensitische Edelstähle.

Anlassen

Listemann erzielt durch kontrolliertes Erwärmen gehärteter Bauteile eine erhöhte Zähigkeit und Massstabilität.

Lösungsglühen

Mit dem Verfahren des Lösungsglühens trägt Listemann entscheidend dazu bei, dass Ihre Bauteile zuverlässig, langlebig und leistungsfähig bleiben.

Aushärten

Beim Aushärten von Metallen wird durch gezielte Wärmebehandlung eine feindisperse Ausscheidungsstruktur erzeugt.

Präzise Wärmebehandlung für verzugsarme Bauteile: Mit Spannungsarmglühen reduzieren wir Eigenspannungen kontrolliert – reproduzierbar & materialgerecht.

Weichglühen

Weichglühen von Stahl, Edelstahl, Aluminium & Kupfer. Harte Gefüge werden durch gezielte Wärmebehandlung für Legierungsbestandteile im Stahl kompromiert.

Diffusionsglühen

Listemann sorgt für eine gleichmässige Verteilung von Legierungsbestandteilen im Stahl – für reproduzierbare Qualität.

Magnetschlussglühen

Wärmebehandlung zur Optimierung der Weichmagnetischen Eigenschaften für elektrotechnische Bauteile wie Ferromagnetika. Ferromagnetika, das beste Preis-Leistungsverhältnis.

Wasserstoffarmglühen

Schutzwärmebehandlung nach Galvanisier- oder Schweissvorgängen. Schützt Hochfeste Stähle, Schrauben, und Federn vor Wasserstoffversprödung – bei Listemann.

Lösungsglühen Titan

Spezifisches Verfahren für Titanlegierungen zur Einstellung optimaler Gefügezustände und mechanischer Eigenschaften – für Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik.

KONTAKT

Ansprechpartner zum Thema

Unser Team steht Ihnen für alle Fragen zur Wärmebehandlung zur Verfügung – fachlich kompetent und persönlich erreichbar.

Tobias Bachmann

Tobias Bachmann

Projektleitung Wärmebehandlung

Telefon: +41 52 245 18 55

Mobil: +41 77 442 46 91

t.bachmann@listemann.com

Thomas Bitschnau

Thomas Bitschnau

Technische Leitung

Telefon: +423 375 90 12

Mobil: +423 780 54 01

t.bitschnau@listemann.com

Einsatzgebiete

WERKSTOFFKOMPETENZ

Welche Werkstoffe werden behandelt

Listemann verarbeitet ein breites Spektrum an Metallen und Legierungen – von gängigen Stählen über Leichtmetalle bis hin zu Hochtemperaturwerkstoffen. Für jeden Werkstoff steht das optimale Verfahren zur Verfügung.

Die Anlage wurde für Dimensionsvielfalt ausgelegt: Ob Kleinstteile oder grosse Strukturbauteile – Listemann verfügt über die entsprechende Infrastruktur und das metallurgische Know-how.

WERKSTOFF VERFAHREN (AUSWAHL) BRANCHE
Stahl Vakuumhärten, Anlassen, Spannungsarmglühen, Vergüten, Normalisieren Maschinenbau
Aluminium Lösungsglühen, Aushärten (Ausscheidungshärtung) Automotive
Titan Lösungsglühen Titan, Glühen, Aushärten Medizintechnik
Nickelbasis Lösungsglühen, Aushärten, Spannungsarmglühen Luftfahrt
Kupfer / Messing Weichglühen, Diffusionsglühen, Magnetschlussglühen Elektronik
IHR NUTZEN

Warum Wärmebehandlung wichtig ist

Die gezielte thermische Behandlung von Metallen ist kein optionaler Schritt – sie ist das entscheidende Instrument zur Herstellung bestimmter Eigenschaften, die mit der Urform allein nicht erreichbar sind.

Produktqualität steigern

Gezielte Gefügeumwandlungen erzeugen Werkstoffeigenschaften, die ohne Wärmebehandlung unerreichbar sind – höhere Belastbarkeit, bessere Oberflächengüte.

Funktionseigenschaften verbessern

Verschleissfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Zähigkeit und Dauerfestigkeit lassen sich durch definierte Wärmebehandlungsprozesse präzise einstellen.

Masshaltigkeit optimieren

Vakuumbasierte Prozesse bei Listemann minimieren Verzug und Oxidation – Bauteile bleiben formgenau, was aufwändige Nacharbeit entfällt.

Versagensrisiken minimieren

Kontrollierte thermische Prozesse und NADCAP-zertifizierte Qualitätssicherung reduzieren Bauteilausfälle – entscheidend für sicherheitskritische Anwendungen.

PROZESS

Ablauf des Wärmebehandlungsprozess

Der typische Wärmebehandlungsprozess folgt einer klar definierten Schrittfolge – jede Phase ist entscheidend für das Endergebnis.

01

Erwärmen

Das Werkstück wird auf eine werkstoff- und verfahrensspezifische Austenitisierungs- oder Glühtemperatur erwärmt. Die Aufheizrate und die Temperaturführung sind kritische Parameter für das Gefügeergebnis und die Masshaltigkeit.

02

Halten

Das Werkstück wird über eine definierte Haltezeit auf Temperatur gehalten, damit die gewünschten Phasenumwandlungen, Diffusionsprozesse oder Homogenisierungsreaktionen im gesamten Querschnitt gleichmässig ablaufen können.

03

Abschrecken

Durch schnelle Abkühlung – wahlweise in Gas, Öl oder Wasser (Abschreckmedien) – werden die hochtemperaturigen Gefügezustände eingefroren. Die Abschreckintensität bestimmt das Härteprofil und den Restaustenitgehalt im Martensitgefüge.V

04

Anlassen

Ein abschliessender Anlassprozess bei niedrigerer Temperatur reduziert Eigenspannungen, steigert die Zähigkeit des Anlassgefüges und stellt die gewünschte Endhärte exakt ein. Oft mehrfach durchgeführt für optimale Ergebnisse.

Qualitätssicherung

Die Norm AMS2750 definiert präzise Anforderungen an Pyrometrie und Temperaturgleichmässigkeit in Wärmebehandlungsanlagen. Diese regelmässig geprüften Parameter sind keine Formalitäten – sie sind die Grundlage reproduzierbarer Ergebnisse und sicherheitskritischer Qualitätsnachweise.

Listemann verfügt seit 2004 über die NADCAP-Zulassung für thermische Wärmebehandlungsverfahren – eine der strengsten Industriezertifizierungen, insbesondere in der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik.

Antworten auf häufige Fragen

HÄUFIGE FRAGEN ZUR WÄRMEBEHANDLUNG

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Wärmebehandlungsprozesse, Verfahrensarten und die Zusammenarbeit mit Listemann.

Unter Wärmebehandlung versteht man gezielte thermische Verfahren zur Veränderung der Eigenschaften metallischer Werkstoffe. Durch kontrolliertes Erwärmen, Halten und Abkühlen werden insbesondere Härte, Festigkeit, Zähigkeit, Verschleiss- und Korrosionsbeständigkeit beeinflusst. Die chemische Zusammensetzung bleibt dabei in der Regel unverändert, während sich das Gefüge und damit die mechanischen Eigenschaften gezielt einstellen lassen.

Zu den wichtigsten Wärmebehandlungsverfahren zählen:

  • Härten und Anlassen – Erhöhung der Härte und anschliessende Einstellung der Zähigkeit
  • Vergüten – Kombination aus Härten und Anlassen für hohe Festigkeit und Zähigkeit
  • Glühen (z. B. Spannungsarmglühen, Weichglühen, Normalglühen) – Verbesserung der Bearbeitbarkeit oder Reduktion von Eigenspannungen
  • Einsatzhärten – Randschichthärtung durch Aufkohlen und anschliessendes Härten
  • Nitrieren und Nitrocarburieren – Randschichthärtung bei niedrigeren Temperaturen
  • Vakuumhärten – Oxidationsfreies Härten unter Vakuumbedingungen mit hoher Massgenauigkeit

Die Auswahl des Verfahrens hängt von Werkstoff, Bauteilgeometrie und den geforderten Eigenschaften ab.

Die Dauer des Härteprozesses ist abhängig von mehreren Faktoren, insbesondere vom Werkstoff, der Bauteilgrösse und -geometrie sowie vom gewählten Verfahren.
Typischerweise umfasst der Prozess:

  • Aufheizphase
  • Haltezeit auf Härtetemperatur
  • Abschrecken
  • ggf. Anlassen

In der Praxis kann die Gesamtprozesszeit von etwa einigen Stunden bis zu über einem Tag reichen. Komplexe oder grosse Bauteile benötigen entsprechend längere Behandlungszeiten.

Gefügewandlung bezeichnet die Veränderung der inneren Struktur eines Werkstoffs (Mikrostruktur) infolge thermischer Behandlung. Beim Erwärmen und anschliessenden Abkühlen wandeln sich die Gefügebestandteile, beispielsweise von Austenit zu Martensit. Diese Umwandlungen bestimmen massgeblich die mechanischen Eigenschaften wie Härte, Festigkeit und Zähigkeit eines Bauteils.

Das Vakuumhärten wird eingesetzt, um besonders hochwertige und saubere Oberflächen sowie eine hohe Mass- und Formgenauigkeit zu erzielen. Die Vorteile sind:

  • Oxidations- und verzunderungsfreie Behandlung
  • Minimale Verzüge
  • Hohe Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit
  • Geeignet für hochlegierte Stähle und anspruchsvolle Bauteile

Dieses Verfahren ist insbesondere in Branchen mit hohen Qualitätsanforderungen wie Luftfahrt, Medizintechnik oder Werkzeugbau von Bedeutung.

Je nach Werkstoff und Anforderung kommen unterschiedliche Abschreckmedien zum Einsatz, um die gewünschten Eigenschaften optimal einzustellen. Typische Medien sind:

  • Gas (z. B. Stickstoff oder Argon) – insbesondere beim Vakuumhärten für geringe Verzugsneigung
  • Öl – für eine kontrollierte und gleichmässige Abkühlung
  • Polymerlösungen oder Wasser – bei Anwendungen mit höherem Abschreckbedarf

Die Auswahl erfolgt stets werkstoff- und bauteilspezifisch, um ein optimales Verhältnis zwischen Härte, Masshaltigkeit und Bauteilintegrität zu gewährleisten.