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Anlassen – gezielte Zähigkeit und Massstabilität nach dem Härten

Beim Anlassen (Tempern) werden gehärtete Bauteile kontrolliert erwärmt, um Eigenspannungen abzubauen, Zähigkeit zu erhöhen und die Zielhärte einzustellen. So entstehen masshaltige, belastbare Komponenten – mit reproduzierbarer Qualität von der Musterfertigung bis zur Serie.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Anlassen?

Das Anlassen – auch Tempern genannt – ist ein zentraler Schritt der Wärmebehandlung. Nach dem Härten oder schweißtechnischen Beanspruchen bringt es Bauteile zuverlässig in das geforderte Eigenschaftsfenster. Mit präzise geführten Temperatur‑Zeit‑Zyklen stabilisieren wir Härte, Zähigkeit und Masshaltigkeit – für langlebige, betriebssichere Komponenten.

Beim Anlassen werden zuvor gehärtete (martensitische) oder spannungsbehaftete Bauteile unterhalb der unteren Umwandlungstemperatur für eine definierte Zeit erwärmt und anschliessend kontrolliert abgekühlt.

Ziele des Prozesses:

  • Abbau von Eigenspannungen zur Riss- und Verzugsvorbeugung

  • Einstellung der Zielhärte bei gleichzeitig höherer Zähigkeit

  • Stabilisierung der Masshaltigkeit für präzise Toleranzen

  • Verbesserte Dauerfestigkeit und Betriebssicherheit

Das Ergebnis ist ein ausgewogenes Eigenschaftsprofil mit angelassenem Martensit bzw. anwendungsgeeignetem Gefüge – die Grundlage für belastbare Bauteile.

Vorteile des Anlassens

  • Weniger Rissrisiko & Verzug dank Spannungsabbau

  • Härte nach Spezifikation – ohne unnötige Sprödigkeit

  • Konstante Qualität durch dokumentierte Prozessführung

  • Mass- und Formstabilität für eng tolerierte Präzisionsteile

  • Serientauglichkeit: reproduzierbar vom Einzelteil bis zur Grossserie

Typische Einsatzfälle

Nach dem Härten / Abschrecken

Einsatzfall des Anlassens: Für tribologisch belastete Komponenten, die Zähigkeit bei definierter Härte erfordern

Für tribologisch belastete Komponenten, die Zähigkeit bei definierter Härte erfordern

Wärmebehandlung Einsatzfall des Anlassens: Nach dem Schweissen (Spannungsarmtempern im unteren Anlassbereich)

Nach dem Schweissen: Spannungsarmtempern im unteren Anlassbereich

Typische Temperaturfenster (Richtwerte)

Die Wahl der Anlasstemperatur steuert das Verhältnis von Härte und Zähigkeit (werkstoff- und anwendungsabhängig):

Niedriger Anlassbereich (~150–250 °C):

Spannungsabbau bei hoher Härte, z. B. Einsatzstähle

Mittlerer Anlassbereich (~250–450 °C):

Umwandlung des Restaustenits, z. B. Werkzeugstähle

Hoher Anlassbereich (~500–650 °C):

Maximale Zähigkeit bei reduzierter Härte, z. B. Vergütungsstähle

Mehrstufiges Anlassen (z. B. 2–3 Zyklen) ist bei hochlegierten Werkzeugstählen üblich, um Restaustenit zu minimieren und Eigenschaften zu stabilisieren.

Häufige Fragen zum Anlassen

Anlassen (typisch ~150–650 °C) folgt meist dem Härten und stellt Härte/Zähigkeit ein; Spannungsarmglühen (werkstoffabhängig ~450–650 °C) zielt primär auf Spannungsabbau, auch bei nicht gehärteten, z. B. geschweissten, zerspanten und umgeformten Teilen.

Bei hochlegierten Werkzeugstählen sind 2–3 Anlasszyklen üblich, um Restaustenit zu reduzieren und die Eigenschaften zu stabilisieren. Umfang und Parameter legen wir auf Basis von Werkstoff und Zielwerten fest.

Regelmäßig: Härteprüfung (HRC/HV/HB). Nach Bedarf: Gefügeanalyse, Mass‑/Formprüfung, Sichtprüfung. Prüfberichte gemäss Vereinbarung.

Anlassfarben deuten Temperaturbereiche an, sind aber kein verlässlicher Qualitätsnachweis. Entscheidend sind prüfbare Messwerte und die Prozessdokumentation.

Einsatzgebiete

Projekt-Check

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