Beim Aushärten von Metallen (Ausscheidungs- bzw. Alterungshärten) wird durch gezielte Wärmebehandlung eine feindisperse Ausscheidungsstruktur erzeugt.
Diese erhöht die Festigkeit, die Streckgrenze und die Härte und verbessert zugleich die Masshaltigkeit. Listemann härtet dabei prozesssicher, von der Musterfertigung bis zur Serienproduktion.
HOME VERFAHREN WÄRMEBEHANDLUNG Aushärten
Aushärten ist ein mehrstufiges Härteverfahren innerhalb der Wärmebehandlung. Nach Lösungsglühen und Abschrecken erfolgt ein Warmauslagern, auch Altern genannt.
In dieser Phase scheiden sich feinste Teilchen in der Metallmatrix aus, etwa Mg₂Si, η′-Phasen oder Cu-reiche Ausscheidungen. Diese Mikrostruktur blockiert Versetzungen. Die Festigkeit steigt, während Zähigkeit und Masshaltigkeit gezielt einstellbar bleiben.
Typische Ziele:
Festigkeit, Streckgrenze und Härte gezielt steigern
Masshaltigkeit und Massstabilität sichern
Reproduzierbare Eigenschaften von der Musterfertigung bis zur Serie
Listemann härtet aushärtbare Werkstoffe prozesssicher aus. Temperatur- und Zeitführung sind lückenlos überwacht, die Ofenqualifikation ist dokumentiert und jede Charge bleibt vollständig rückverfolgbar. Den Zielzustand legen wir gezielt auf Werkstoff und Anforderung aus, etwa H925 bei 17-4PH oder T6/T7 bei Aluminium.
Abgedeckt: 17-4PH, 15-5PH, Maraging-Stähle sowie Nickel-, Kupfer- und Aluminiumlegierungen.
Das Aushärten ist ein Wärmebehandlungsverfahren zur gezielten Erhöhung von Festigkeit und Härte.
Deutlich höhere Streckgrenze und Festigkeit bei einstellbarer Zähigkeit.
Reduzierte Eigenspannungen sorgen für stabile Bauteilgeometrie über den gesamten Prozess.
Dünnwandigere Bauteile bleiben hochfest, das Bauteilgewicht sinkt entsprechend.
Bauteile widerstehen Ermüdung und Spannungsrisskorrosion auch unter dauerhafter Betriebslast.
Jede Charge bleibt vom Wareneingang bis zur Auslieferung lückenlos rückverfolgbar.
Legierungs- und Zustandswahl frühzeitig festlegen, z. B. Wärmebehandlungszustand H925 für den Werkstoff 17-4PH.
Geometrie und Wanddicken auf gleichmässige Durchwärmung auslegen, scharfe Kerben vermeiden.
Fixieren und Richten für masskritische Bauteile einplanen.
Nachfolgende Prozesse wie Shot-Peening, Beschichtung oder Korrosionsschutz mit dem Aushärteplan abstimmen.
Prüfplanung mit Stichproben, Sollwerten und Freigabekriterien bereits vor Serienstart definieren.
Jede Charge wird vor Prozessstart auf Chemie, Gefüge und Abmessungen geprüft.
Mehrpunkt-Thermoelemente und Datenlogger erfassen Temperatur und Zeitführung lückenlos.
Wir weisen gleichmässige Durchwärmung und Kalibrierung regelmässig nach.
Zug-, Härte- und Kerbschlagversuche werden durch Massprüfung und Gefügeanalyse ergänzt.
Bis zur Materialcharge und den Prozessparametern lässt sich jedes Bauteil zurückverfolgen.
Struktur- und Triebwerksteile, Verbindungselemente
Fahrwerks- und Crash-Bauteile, Getriebekomponenten, Wellen
Hochfeste Gehäuse, Zahnräder, Werkzeugeinsätze
Stahl-Komponenten mit definierter Festigkeits-/Zähigkeits-Balance
Temperaturbeständige Bauteile
Wärmebehandlung zur Eigenschaftseinstellung und Spannungsreduktion
Um Aluminium zu härten, auch aliminum härten, ist das Aushärten der entscheidende Prozess.
Aluminium Oberflächenhärten betrifft dagegen nur die Randschicht, die Festigkeit im gesamten Bauteil entsteht erst durch die Ausscheidungen im Werkstoffinneren.
Abschrecken
Rasches Abkühlen (z. B. Luft, Öl, Polymer, Wasser), um den gelösten Zustand zu „einfrieren“.
Warmlagern / Altern (Ausscheidungshärten)
Isothermes Halten zur kontrollierten Ausscheidungsbildung (z. B. Zustände T6/T7 bei Al oder H900–H1150 bei 17-4PH).
Optionale Schritte
Entspannen/Tempern, Richten/Fixieren, Oberflächenfinish und Endprüfung.
Festigkeit/Zähigkeits-Balance
Dimensionsstabilität
Gezielte Restspannungszustände
Teilen Sie uns Werkstoff, Bauteilgeometrie und den gewünschten Zielzustand mit. Wir prüfen die technische Machbarkeit.
Projektleitung Wärmebehandlung
Telefon: +41 52 245 18 55
Mobil: +41 77 442 46 91
t.bachmann@listemann.com
Technische Leitung
Telefon: +423 375 90 12
Mobil: +423 780 54 01
t.bitschnau@listemann.com
Senden Sie uns die Eckdaten Ihres Bauteils. Wir prüfen, ob Aushärten das geeignete Verfahren für Ihren Werkstoffzustand ist.
Konventionelles Härten (Austenitisieren + Abschrecken + Anlassen) erzeugt martensitisches Gefüge, v. a. bei un-/niedriglegierten Stählen. Ausscheidungshärten nutzt feinste Ausscheidungen in aushärtbaren Legierungen (Al, PH-Stähle, Maraging, Ni/Cu) – der Mechanismus ist mikrostrukturell anders.
Bei Aluminium z. B. T6/T651/T7, bei 17-4PH häufig H900–H1150, bei Maraging definierte Aging-Temperaturen mit anschliessender Massstabilisierung.
Angepasste Rampen, geeignete Abschreckmedien und eine symmetrische Erwärmung begrenzen den Verzug bereits während des Prozesses. Wo nötig, ergänzen wir Vorrichtungen zur Fixierung sowie ein nachgelagertes Richten oder Spannungsarmglühen.
Zugversuch (Rp₀,₂/Rm/A), Härte, Mikroschliff/SEM, Mass- und Oberflächenprüfung, optional Restspannungsmessung.