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Lösungsglühen

Mit dem Verfahren des Lösungsglühens trägt Listemann entscheidend dazu bei, dass Ihre Bauteile zuverlässig, langlebig und leistungsfähig bleiben. Ob für hochbelastete Flugzeugkomponenten, sensible Medizintechnik oder anspruchsvolle Industrieanwendungen, wir entwickeln für Sie die optimale Wärmebehandlungslösung.

Das Wichtigste in Kürze

Wie funktioniert Lösungsglühen?

Lösungsglühen ist ein spezielles Wärmebehandlungsverfahren, das dazu dient, in Metallen,  insbesondere in rostfreien Stählen, Nickelbasislegierungen und Titanwerkstoffen – entstandene Spannungen und Gefügeungenauigkeiten auszugleichen. Dabei werden die Werkstoffe auf eine definierte Temperatur erhitzt und anschliessend kontrolliert abgekühlt. Durch diesen Prozess werden gelöste Elemente homogen verteilt, und das Gefüge wird in einen optimalen Zustand überführt. Das Ergebnis sind verbesserte Korrosionsbeständigkeit, erhöhte Zähigkeit und eine ideale Grundlage für weitere Bearbeitungsschritte.

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IHRE VORTEILE AUF EINEN BLICK

Warum ist Lösungsglühen wichtig?

Bei der Herstellung und Verarbeitung von Bauteilen entstehen innere Spannungen und Gefügeunregelmässigkeiten, etwa durch Schweissen, Umformen, Zerspanen oder Additive Fertigung (3D-Druck). Diese Spannungen können zu Verzug, Rissbildung oder verminderter Korrosionsbeständigkeit führen. Das Lösungsglühen stellt einen definierten und möglichst homogenen Gefügezustand her. Dadurch können unerwünschte Ausscheidungen aufgelöst, die Korrosionsbeständigkeit verbessert und geeignete Voraussetzungen für weitere Wärmebehandlungen geschaffen werden.

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Korrosionsbeständigkeit wiederherstellen/erhöhen

Durch das Auflösen schädlicher Ausscheidungen und deren gleichmässige Verteilung im Gefüge wird die Beständigkeit,  insbesondere bei CrNi-Stählen  deutlich verbessert. Eine schnelle Abkühlung verhindert erneute Ausscheidungsbildung im kritischen Temperaturbereich.

Mechanische Eigenschaften optimieren

Homogenes Gefüge bedeutet höhere Zähigkeit und bessere Kaltumformeigenschaften. Bei Schweisskonstruktionen reduziert Lösungsglühen zudem den Verzug.

Vorbereitung für das Aushärten

Mit diesem Prozessschritt werden die relevanten Werkstoffbestandteile in Lösung gebracht und beibehalten. Beim anschliessenden Ausscheidungshärten sorgen diese Bestandteile für die entsprechende Härtesteigerung.

Ideale Basis für weitere Prozessschritte

Ob nach dem Schweissen, dem Vakuumlöten, der Zerspanung oder aus der additiven Fertigung: Lösungsglühen schafft reproduzierbare Ausgangszustände für nachgelagerte Bearbeitungen.

Vorteile des Lösungsglühens
  • Verbesserte Korrosionsbeständigkeit: Wichtig für Edelstahl und Nickellegierungen
  • Optimierte mechanische Eigenschaften: Höhere Zähigkeit und Formstabilität
  • Entfernung von Schweissspannungen: Erhöhte Betriebssicherheit von Schweisskonstruktionen
  • Homogenes Gefüge: Ideale Basis für weitere Wärmebehandlungen oder mechanische Bearbeitungen
  • Vermeidung von Verzug und Rissen: Gesteigerte Masshaltigkeit und Lebensdauer

Anwendungsbereiche

Luft- und Raumfahrt

(z. B. Turbinenbauteile und Strukturkomponenten)

Industrie

(z. B. Reaktoren, Rohrleitungen und Apparatebau)

Medizintechnik

(Implantate und chirurgische Instrumente)

Energie- und Umwelttechnik

(z. B. Kraftwerkskomponenten und Wärmetauscher)

Additive Fertigung

(Nachbehandlung von 3D-gedruckten Bauteilen)

TECHNOLOGIE & VORTEILE

Individuell abgestimmte Lösungsglühprozesse

Vakuum‑, Schutzgas‑ und Umluftöfen

Wir führen Lösungsglühprozesse in Vakuumöfen sowie je nach Anforderung an die Wirtschaftlichkeit in Schutzgas‑ bzw. Umluftanlagen durch. Vakuumprozesse minimieren Oxidation; Bauteile kommen „metallisch blank“ aus dem Ofen, was aufwendige Nacharbeiten reduziert.

Materialvielfalt & Teilespektrum

Neben Stählen bearbeiten wir Nickelbasis‑, Titan‑ und Aluminiumlegierungen, von Mikrobauteilen bis zu grossformatigen Komponenten.

Zertifizierte Qualität

Kalibrierungen nach AMS 2750 sowie Nadcap‑Akkreditierungen (Wärmebehandlung) und Luftfahrtzulassungen belegen unsere Prozesssicherheit; die EN 9100/ISO 9001‑Zertifikate sind im Downloadbereich verfügbar.

Kombinationsprozesse

Wo sinnvoll, kombinieren wir Vakuumlöten und Wärmebehandlung – inklusive Lösungsglühen – effizient in einer abgestimmten Prozesskette.

Materialien & typische Temperaturfenster (Richtwerte)

Richtwerte nach Werkstoffgruppe

Die Behandlungsparameter werden werkstoff- und bauteilspezifisch ausgelegt. Die folgenden Werte dienen als Orientierung:

Austenitische Edelstähle

z. B. 1.4301 / 304, 1.4404 / 316L

Typischerweise 1'010–1'120 °C, Haltezeit abhängig von der Wanddicke, rasches Abschrecken mit Gas oder Wasser zur Vermeidung von Sensibilisierung.

Aushärtbare Edelstähle

z. B. 17-4PH, 17-7PH

Typischerweise 1 010–1 120 °C, Haltezeit abhängig von Wanddicke; rasches Abschrecken (Gas/Wasser) zur Vorbereitung für das Aushärten.

Nickelbasislegierungen

austenitisch oder aushärtbar

Je nach Legierung oft ≈ 1 030–1 250 °C; Abkühlstrategie auf Stabilität und Korrosionsanforderungen abgestimmt.

Aluminiumlegierungen

aushärtbar, z. B. 7000er-Serie

Beim Lösungsglühen von Aluminium werden Werkstoffe typischerweise auf ca. 450–550 °C erwärmt und anschliessend schnell abgeschreckt. Dies bildet die Grundlage für die natürliche oder künstliche Alterung

Titan-Legierungen

aushärtbar, z. B. Ti Grade 5

Typischerweise ≈ 900–980 °C mit anschliessender schneller Abschreckung zur Vorbereitung für das spätere Aushärten.

Technische Ansprechpartner

Ansprechpartner zum Thema

Unser Team berät Sie gerne rund um das Thema Lösungsglühen.

Tobias Bachmann

Tobias Bachmann

Projektleitung Wärmebehandlung

Telefon: +41 52 245 18 55

Mobil: +41 77 442 46 91

t.bachmann@listemann.com

Thomas Bitschnau

Thomas Bitschnau

Technische Leitung

Telefon: +423 375 90 12

Mobil: +423 780 54 01

t.bitschnau@listemann.com

Einsatzgebiete

Antworten zu Verfahren und Anwendung

HÄUFIGE FRAGEN

Spannungsarmglühen senkt primär Eigenspannungen (bei Stählen typ. 550–650 °C), während Lösungsglühen bei deutlich höheren Temperaturen Ausscheidungen in Lösung bringt und das Gefüge homogenisiert.

Um eine Sensibilisierung (z. B. Chromkarbid‑Ausscheidung) zu verhindern; entscheidend ist das rasche Durchlaufen des kritischen Bereichs in Richtung Raumtemperatur.

Ja – insbesondere die aushärtbaren Legierungen (z. B. 6000er oder 7000er Legierungen) werden vorgängig zum Aushärten lösungsgeglüht und anschliessend schnell abgeschreckt; oft folgt eine Alterung (T6).

Ja, in abgestimmten Prozessketten können Löt‑ und Wärmebehandlungsschritte effizient zusammengeführt werden – Zeit‑ und Kostenvorteil inklusive.

Je nach Vereinbarung: Ofenprotokolle, Temperaturkurven, Prüfberichte – auf zertifizierten Anlagen (u. a. AMS 2750Nadcap‑Wärmebehandlung) und mit umfassender Dokumentation.