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Weichglühen – Wärmebehandlung für optimale Zerspanbarkeit

Weichglühen von Stahl, Edelstahl, Aluminium & Kupfer: Härte gezielt senken, Zerspanbarkeit verbessern, Gefüge homogenisieren. Prozesssicher, dokumentiert, serienfähig. Mit Listemann an Ihrer Seite.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Weichglühen?

Beim Weichglühen (engl. soft annealing) werden metallische Werkstoffe kontrolliert erwärmt, eine definierte Zeit gehalten und anschließend gezielt abgekühlt. Das Ergebnis: reduzierte Härte, verbesserte Zerspanbarkeit, homogenisierte Gefügezustände und eine stabile Basis für nachfolgende Fertigungsschritte.

Warum Weichglühen?

  • Bessere Zerspanbarkeit: geringere Schnittkräfte, längere Werkzeugstandzeiten

  • Konstante Masshaltigkeit: Spannungsabbau und kontrollierte Gefügeentwicklung

  • Höhere Prozesssicherheit: weniger Ausschuss, bessere Oberflächenqualität

Typische Anwendungsfälle:

Vor der Feinbearbeitung, nach Umformprozessen (Walzen, Schmieden, Kaltziehen), zur Vorbereitung auf Härten/Vergüten oder für funktionskritische Bauteile mit engen Toleranzen.

Für welche Werkstoffe eignet sich Weichglühen?

Stähle (unlegiert/legiert):

Sphäroidglühen bzw. Perlit-Umwandlung zur deutlichen Härtereduktion und Spanbarkeit.

Edelstähle:

Gefügeangleichung und verbesserte Kaltumformbarkeit.

Nichteisenmetalle:

Aluminium, Kupfer und Legierungen zur Wiederherstellung der Duktilität nach Kaltverfestigung.

Pulvermetallurgie & Gusswerkstoffe:

Homogenisierung und Gefügestabilisierung.

Titan-Legierungen (aushärtbar, z. B. Ti Grade 5):

≈ 900–980 °C mit anschliessender schneller Abschreckung zur Vorbereitung für das spätere Aushärten.

Weichglühen vs. andere Glühverfahren

Verfahren

Weichglühen

Vergüten (Härten & Anlassen)

Ziel

Härte senken, Zerspanbarkeit steigern, Gefüge homogenisieren

Eigenspannungen reduzieren (z. B. nach Schweissen)

Ausscheidungen lösen, Korrosionsbeständigkeit anheben

Hohe Festigkeit bei ausreichender Zähigkeit

Typischer Nutzen

Vor Feinbearbeitung/Serienfertigung

Massstabilität, Verzug minimieren

Edelstahl/Ni-Legierungen, danach Abschrecken

Hochbelastete Bauteile

Anwendungsbereiche des Weichglühens

luft+raumfahrt

Luft- und Raumfahrt

Montage- und Strukturbauteile mit hohen Qualitätsanforderungen

Anlagenbau

Maschinenbau

Wellen, Buchsen, Zahnräder vor Feinbearbeitung

Medizintechnik

Medizintechnik

Präzisionskritische Komponenten

energie+umwelttechnik

Energietechnik

Gasturbinenschaufeln, Laufräder

Häufige Fragen zum Weichglühen

Weichglühen zielt primär auf Härtereduktion und Gefügeanpassung zur besseren Bearbeitbarkeit. Spannungsarmglühen reduziert Eigenspannungen ohne nennenswerte Änderung der Härte.

Immer dann, wenn lange Zerspanzeiten, hoher Werkzeugverschleiss oder Massprobleme Kosten treiben. Das Verfahren senkt Bearbeitungszeit und Ausschuss und erhöht die Prozesssicherheit.

Werkstoffabhängig (Legierung, Vorzustand) und bauteilabhängig (Wanddicke, Masse). Wir legen das Temperaturprofil anhand von Materialdaten und Versuchsergebnissen aus.

Ja. Weichglühen ist eine ideale Vorstufe für Härten, Vergüten oder thermochemische Prozesse, da es ein gleichmässiges Ausgangsgefüge schafft.

Standardmässig Härte- und Prozessprotokolle; optional metallographische Untersuchungen.

Einsatzgebiete

Projekt-Check

Unser neuer Check hilft Ihnen dabei in kürzester Zeit eine professionelle Einschätzung möglicher Projekte im Rahmen unserer Verfahren über die Umsetzbarkeit zu erhalten. Wir informieren Sie ob und wie eine Realisierung möglich wird.