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Weichglühen

 Gehärtete oder durch Bearbeitung verfestigte Werkstücke lassen sich oft nur schwer weiterverarbeiten. Beim Weichglühen werden Bauteile kontrolliert erwärmt, eine definierte Zeit gehalten und anschliessend gezielt abgekühlt. Das Ergebnis: reduzierte Härte, verbesserte Zerspanbarkeit und ein homogenisiertes Gefüge als stabile Basis für die weitere Fertigung.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Weichglühen?

Beim Weichglühen (engl. soft annealing) werden metallische Werkstoffe kontrolliert erwärmt, eine definierte Zeit gehalten und anschliessend gezielt abgekühlt. Das Ergebnis: reduzierte Härte, verbesserte Zerspanbarkeit, homogenisierte Gefügezustände und eine stabile Basis für nachfolgende Fertigungsschritte

Typische Anwendungsfälle:

Vor der Feinbearbeitung, nach Umformprozessen (Walzen, Schmieden, Kaltziehen), zur Vorbereitung auf Härten/Vergüten oder für funktionskritische Bauteile mit engen Toleranzen.

Weshalb Listemann für Weichglühen?

  • Bessere Zerspanbarkeit: geringere Schnittkräfte, längere Werkzeugstandzeiten
  • Konstante Masshaltigkeit: Spannungsabbau und kontrollierte Gefügeentwicklung
  • Höhere Prozesssicherheit: weniger Ausschuss, bessere Oberflächenqualität

Vakuumbasierte Anlagen, präzise Temperaturführung, über 30 Jahre Erfahrung.

Als Teil unserer Wärmebehandlung deckt Listemann das Verfahren für Stahl, Edelstahl, Aluminium und Kupfer ab. Reproduzierbar, dokumentiert und abgestimmt auf Werkstückgrösse und Werkstoff.

Technische Vorteile des Weichglühens

Das Weichglühen ist ein Wärmebehandlungsverfahren zur Verringerung der Härte und Verbesserung der Bearbeitbarkeit.

Bessere Zerspanbarkeit

Geringere Schnittkräfte und längere Werkzeugstandzeiten

Prozesssicherheit

Weniger Ausschuss, bessere Oberflächenqualität

 

Konstante Masshaltigkeit

Spannungsabbau und kontrollierte Gefügeentwicklung

Ideale Vorstufe zum Härten

Gleichmässiges Ausgangsgefüge für nachfolgende Härteschritte

Kompatibel mit vielen Werkstoffen

Das Verfahren eignet sich für Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing und weitere Werkstoffe.

Geeignete Werkstoffe für das Vakuumhärten

Werkstoffgruppen und erreichbare Härten

 

WERKSTOFFGRUPPE BESCHREIBUNG
Stähle (unlegiert/legiert)

Sphäroidglühen bzw. Perlit-Umwandlung zur deutlichen Härtereduktion und Spanbarkeit.

Edelstahl Weichglühen

Gefügeangleichung und verbesserte Kaltumformbarkeit.

Aluminium Weichglühen

Wiederherstellung der Duktilität nach Kaltverfestigung.

Pulvermetallurgie und Gusswerkstoffe

Homogenisierung und Gefügestabilisierung.

Titan-Legierungen (aushärtbar, z. B. Ti Grade 5)

≈900–980 °C mit anschliessender schneller Abschreckung zur Vorbereitung für das spätere Aushärten.

Kupfer & Messing

Wiederherstellung der Verformbarkeit nach Kaltumformung.

Einsatzkriterien für Weichglühen im Vergleich zu alternativen Verfahren

Wann ist Weichglühen sinnvoll?

Vor der Feinbearbeitung

Nach Umformprozessen

Vor Härten oder Vergüten

Nach Kaltverfestigung

Weichglühen im Vergleich zu anderen Verfahren

Verfahren Ziel Typischer Nutzen
Weichglühen Härte senken, Zerspanbarkeit steigern, Gefüge homogenisieren Vor Feinbearbeitung/Serienfertigung
Spannungsarmglühen Eigenspannungen reduzieren (z. B. nach Schweissen) Massstabilität, Verzug minimieren
Lösungsglühen Ausscheidungen lösen, Korrosionsbeständigkeit anheben Edelstahl/Ni-Legierungen, danach Abschrecken
Vergüten (Härten und Anlassen) Hohe Festigkeit bei ausreichender Zähigkeit Hochbelastete Bauteile
Verfahren Ziel Typischer Nutzen
Weichglühen Härte senken, Zerspanbarkeit steigern, Gefüge homogenisieren Vor Feinbearbeitung/Serienfertigung
Spannungsarmglühen Eigenspannungen reduzieren (z. B. nach Schweissen) Massstabilität, Verzug minimieren
Lösungsglühen Ausscheidungen lösen, Korrosionsbeständigkeit anheben Edelstahl/Ni-Legierungen, danach Abschrecken
Vergüten (Härten und Anlassen) Hohe Festigkeit bei ausreichender Zähigkeit Hochbelastete Bauteile
Technische Ansprechpartner

Ansprechpartner zum Thema

Unser Team steht Ihnen für alle Fragen zu Weichglühen zur Verfügung.

Tobias Bachmann

Tobias Bachmann

Projektleitung Wärmebehandlung

Telefon: +41 52 245 18 55

Mobil: +41 77 442 46 91

t.bachmann@listemann.com

Thomas Bitschnau

Thomas Bitschnau

Technische Leitung

Telefon: +423 375 90 12

Mobil: +423 780 54 01

t.bitschnau@listemann.com

Antworten zu Verfahren und Anwendung

HÄUFIGE FRAGEN

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Weichglühen, Verfahrensarten und die Zusammenarbeit mit Listemann.

Weichglühen zielt primär auf Härtereduktion und Gefügeanpassung zur besseren Bearbeitbarkeit. Spannungsarmglühen reduziert Eigenspannungen ohne nennenswerte Änderung der Härte.

Immer dann, wenn lange Zerspanzeiten, hoher Werkzeugverschleiss oder Massprobleme Kosten treiben. Das Verfahren senkt Bearbeitungszeit und Ausschuss und erhöht die Prozesssicherheit.

Werkstoffabhängig (Legierung, Vorzustand) und bauteilabhängig (Wanddicke, Masse). Wir legen das Temperaturprofil anhand von Materialdaten und Versuchsergebnissen aus.

Ja. Weichglühen ist eine ideale Vorstufe für Härten, Vergüten oder thermochemische Prozesse, da es ein gleichmässiges Ausgangsgefüge schafft.

Standardmässig Härte- und Prozessprotokolle; optional metallographische Untersuchungen.

Erstellt am: 28.01.2026, Aktualisiert am: 28.08.2026